DAS WOHNEN LERNEN? UNTERBRINGUNGSPRAXIS VON GEFLÜCHTETEN UND WEGE ZUM SELBSTBESTIMMTEN WOHNEN

DAS WOHNEN LERNEN? UNTERBRINGUNGSPRAXIS VON GEFLÜCHTETEN UND WEGE ZUM SELBSTBESTIMMTEN WOHNEN

Datum: 12.03.2016

Ort: Geisteswissenschaftliche Zentrum, Beethovenstraße 15, Leipzig

Veranstalter*innen: Initiativkreis: Menschen.Würdig. Kulturbüro Sachsen e.V.

Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis zum 1. März 2016 an unter: http://anmeldung.menschen-wuerdig.org

Sprachmittlungswunsch kann bei der Anmeldung angefordert werden.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen hier: http://menschen-wuerdig.org/symposium

Programmflyer (PDF): http://www.menschen-wuerdig.org/wp-content/uploads/2016/02/Symposium12032016_deutsch_1602.pdf

Die Unterbringung von Geflüchteten in Sammelunterkünften ist seit den 1980er Jahren gesetzlich vorgeschrieben und bleibt im politischen wie auch sozialpädagogischen Diskurs bis auf Aus- nahmen unangetastet. Dabei bedeutet sie vor allem für die Betroffenen die Einschränkung der Selbstbestimmtheit, sie führt zu Isolation und verhindert Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Diese gegenwärtige Praxis ist sozialpolitisch der Wohnungs- losenhilfe entlehnt. Ihr stehen US-amerikanische wie europäische Projekte der Wohnungslosenhilfe gegenüber: Sie operieren be- reits erfolgreich nach dem Prinzip housing first. Ziel des Symposiums ist dementsprechend neben einer Analyse der Wohn- und Lebenssituation von Geflüchteten, US-amerikanische und europäische Projekte der Wohnungslosenhilfe den gegenwärtigen Praxen gegenüber zu stellen und zu diskutieren.

Der erste Teil des Symposiums gibt mit Impulsvorträgen einen orientierenden Einblick in die Thematik. Des Weiteren werden aus einer machtkritischen Perspektive die systematischen Entrechtungen Feflüchteter in der Unterbringungspraxis in Deutschland analysiert. Neue Entwicklungen der sozialen Arbeit werden in den Blick genommen und durch die Vorstellung des Konzeptes housing first wird ein Einstieg in die fundierte Diskussion darüber gegeben. Letztlich soll eine Willkommens- kultur für Geflüchtete als Bewährungsfeld für die solidarische Stadtentwicklung der Zukunft erörtert werden.

Im zweiten Teil des Symposiums vertiefen Workshops, die von Aktivist*innen mit und ohne Fluchterfahrung und Forscher*innen geleitet werden, diesen Einblick. Im Werkstattformat werden hier Spielräume einer möglichen gesellschaftlichen Neuorientierung jenseits gegenwärtiger Denkblockaden und Perspektivverengungen ausgelotet. Im Austausch mit den verschiedenen Aktivist*innen, Forscher*innen und Akteur*innen des Wohnungsmarktes verhandeln die Teilnehmer*innen entlang der konkreten Frage des selbstbestimmten Wohnens Aspekte der gesellschaftlichen Teilhabe und der (Un-)Möglichkeiten solidarischer und partizipatorischer Stadt- entwicklung.

Programm:

09.00 – 09.30 Uhr Kaffee & Tee

09.30 – 09.45 Uhr Begrüßung durch den Initiativkreis: Menschen. Würdig. & Bernd Mesovic (Pro Asyl)

09.45 – 10.20 Uhr Asylunterbringung im Bundesvergleich Kay Wendel, Brandenburgischer Flüchtlingsrat

10.20 – 11.00 Uhr Das Lager. Ort der Exklusion Napuli Paul, Menschenrechtsaktivistin, aktiv beim Protestcamp am Oranienplatz, Berlin Henrik Lebuhn, Humboldt-Universität Berlin

11.00 – 11.35 Uhr Wohnfähigkeit als grundgesetzwidriger Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe Alexander Klose, Humboldt-Universität Berlin

11.35 – 11.50 Uhr Kaffee & Tee

11.50 – 12.25 Uhr Wohnungslosenhilfe als Modell für Asylunterbringung? Housing first – Empowerment als Paradigma moderner Sozialbetreuung Sam Tsemberis, Department of Psychiatry, Columbia University Medical Center & Pathways to housing, NYC, USA

12.25 – 13.00 Uhr Willkommenskultur als Bewährungsfeld für die soziale Stadtentwicklung Jan Kuhnert, KUB Kommunal- und Unternehmensberatung Gmbh, ehem. Vertrauensperson des Mietenvolksentscheid Berlin

14.00 – 18.00 Uhr Workshops

#1 Selbstbestimmtes Wohnen von Geflüchteten Women in Exile, No Bunker (Genf), Wij zijn hier (Amsterdam)

#2 Housing first: Lehren aus der Wohnungslosenhilfe Klaus Maurer (Volkshilfe Wien) & Sam Tsemberis (Columbia University)

#3 Kampf um Anerkennung & Teilhabe Women in Exile & Philipp Schäfer (Universität Konstanz)

#4 Willkommenskultur & solidarische Stadtentwicklung (Kulturbüro Sachsen e.V. & Stadt für Alle)

Während der Workshops: Kaffee & Tee

18:00 – 18.30 Uhr Pause

18:30 – 19.30 Uhr Abschlussdiskussion

Wissenschaftliche Begleitung und Beratung: Prof. Flam, Soziologie Universität Leipzig Kooperationspartner*innen und Förderung:

  • Antonio-Amadeu-Stiftung
  • Pro Asyl
  • Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen
  • Stadt für Alle Leipzig
  • StuRa Universität Leipzig
  • weiterdenken: Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
  • Women in Exile & Friends, Berlin
  • Fachschaftsrat Politikwissenschaft Uni Leipzig
  • Fachschaftsrat Soziologie Uni Leipzig
  • Fachschaftsrat Kulturwissenschaften Uni Leipzig