Meißen, Freital, Dresden – Scheiße

Warum wir nicht anders können…
Am Freitag den 24. Juli zeigte Dresden mal wieder sein wahres Gesicht. Statt Asylsuchende in ihrer ach-so-weltoffenen Stadt willkommen zu heißen, marodierte der rassistische Mob durch die Straßen und griff die wenigen Unterstützer_innen an, die sich diesen sächsischen Zuständen entgegenstellen.

Aufgrund der Unwillens der sächsichen Behörden Geflüchtete angesichts des existierenden Wohnungsleerstands angemessen unterzubringen, wurde am Ende der letzten Woche ein Zeltlager für bis zu 1100 Menschen in der Dresdner Friedrichstadt aufgebaut.

als uns in unserer Freizeit mit deprimierenden Themen wie Rassismus zu beschäftigen,…
Die NPD nutzte dies als Anlass für eine rassistische Kundgebung direkt vor der Notunterkunft. Allein der Fakt, dass diese Kundgebung in unmittelbarer Nähe der Unterbringung stattfinden konnte, zeigt die Unfähigkeit der Stadt Dresden mit der aktuellen Flüchtlingssituation angemessen umzugehen. Erschwerend kommt hinzu, dass Unterstützer_innen aus der Kundgebung heraus mit Böllern, Flaschen und Verkehrsschildern angegriffen wurden. Die vollkommen unterbesetzte Polizei schaffte es erst nach Stunden die Versammlung der Nazis aufzulösen und ließ die meisten Täter_innen entkommen. Allein das beherzte Eingreifen engagierter Antirassist_innen hat verhindert, dass sich der rassistische Mob Zugang zum Gelände verschaffen und weitere Menschen angreifen konnte.

warum Sachsen daran Schuld ist
Die derzeitige Situation ist nicht überraschend. So lässt sich in Sachsen spätestens seit der Nein-zum-HeimKampagne der NPD und der rassistischen Fackelmärsche in Schneeberg im Jahr 2013 eine stark Zunahme von Übergriffen auf Geflüchtete und Unterkünfte verzeichnen (https://www.raa-sachsen.de/index.php/statistik.html, http://www.addn.me/tag/asyl/). Dennoch ist die regierende CDU-SPD-Koalition unwillig ernstzunehmende Konsequenzen zu ziehen und den rassistischen Mob in die Schranken zu weisen. Trotz Übergriffen auf Refugees und Supporter_innen, Aufrufen zu Gewalttaten und plattester rassistischer Hetze werden Kundgebungen wie am Freitag in Dresden immer wieder genehmigt und gegebenenfalls auch von der Polizei gegenüber antirassistischen Protesten durchgesetzt. Dieses Vorgehen, das sich immer und immer wiederholt, lässt sich angesichts der sich zuspitzenden Situation nur entweder mit Dummheit und Ignoranz oder mit politischem Willen erklären.

…und es an uns ist die Sache zu beenden.
Am kommenden Montag wird zum wiederholten Mal die rassistische PEGIDA-Demonstration in Dresden stattfinden. Aufgrund des Angriffs des PEGIDA-Mobs auf das Refugee Protest Camp im März diesen Jahres, ist davon auszugehen, dass auch dieses Mal Nazis, rechte Hooligans und sonstige Rassist_innen nach der Demonstration die Geflüchtetennotunterkunft attackieren. 

Um dies zu verhindern gibts es am Montag eine antirassistische Demonstration, die um 19 Uhr am Bahnhof Dresden-Mitte startet. Freital, Meißen und Dresden zeigen, dass weder Politik noch Polizei gewillt sind den rassistischen Mob zu stoppen. Es ist notwendig am Montag antirassistischen Protest auf die Straße zu tragen, gemeinsam der rassistischen Scheiße von Nazis bis Sozialchauvinist_innen entgegenzutreten und Refugees im Notfall zu schützen.

Montag – 27. Juli – 19 Uhr – Dresden Bahnhof Mitte

Weitere Infos zur Demo: https://www.facebook.com/dresden.stellt.sich.quer

Zugtreffpunkt Leipzig Hauptbahnhof: 16:45 Uhr, Gleis 21